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Meetingplace FotoFest Beijing 2006

TK2006-11-07: Peking, morgens um 6 Uhr im Oktober kann man den Sonnenaufgang nur vermuten, gegen 3 Uhr scheint es Abend zu werden. Irgendwie fühlt sich das schon so an, wie Winter in Deutschland. Tagsüber hat die Sonne kaum Kraft und das nächste Gebäude auf der anderen Straßenseite verschwindet bereits hinter einem Dunst von Smog. Kaum vorstellbar, daß 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking sportliche Höchstleistungen möglich sein sollen. Nach der Reise mit Landrat Paul Breuer, der offiziellen Delegation des Kreises Siegen-Wittgenstein und der Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstler blieb Thomas Kellner weitere 14 Tage in Peking, um zu fotografieren, aber auch um an dem ersten Meetingplace FotoFest Beijing teil zu nehmen. Mit gemischten Erwartungen hatte sich ein internationales Kuratorenteam, darunter Yossi Milo Gallery und Boni Benrubi Gallery New York, Sandra Philips vom SF MOMA, Alison Nordstrom vom Georg Eastman House in Rochester, aber auch Christoph Tannert vom Künstlerhaus Bethanien, Berlin Celina Lunsford vom Fotoforum Frankfurt, Francois Hebel, Rencontres d’ Arles, u.a., auf Einladung von FotoFest Houston und Veranstalter Jimmy Chu aufgemacht Chinesische Fotografie beim ersten Meetingplace FotoFest Beijing zu sichten. Jimmy Chu, ehemaliger Direktor des Amerikanischen Asienbüros in HonKong und Fotograf Lei Gao, waren im März nach Houston gekommen, um sich die Amerikanische Variante eines FotoFestivals an zu schauen. In nur 4 Monaten schafften sie nicht nur mit Unterstützung von Wendy Watriss und Fred Baldwin von FotoFest Houston die Strukturen eines Festivals aus dem Boden zu stampfen, sondern auch die Sponsoringmittel auf zu bringen. Aus über 1000 Bewerbungen wurden 286 Fotografen ausgewählt, die dem Internationalen Team und einer kleineren Gruppe Chinesischer Kuratoren, ihre Arbeiten zeigen durften. Ungefähr die Hälfte der Portfolios konnte Kellner in 4 Tagen sichten. Hewlett Packard als Hauptsponsor übernahm sogar das Erstellen der Abzüge für die Fotografen und das Organisationsteam vollbrachte ein wahres Feuerwerk an notwendigen Beratungen und Vorbereitungen für die Fotografen. Nicht nur die Portfolios wurden erstellt, sondern Imagebroschüren, Cds, Visitenkarten und was dem Fotograf noch sonst fehlen könnte. Ein Heer von freiwilligen Übersetzern unterstützte die angereisten Kuratoren in der Kommunikation mit den aus ganz China angereisten Fotografen, denn Englisch spricht in China noch fast keiner. Entsprechend der Vorauswahl fiel das Niveau der Arbeiten vergleichbar mit dem FotoFest Houston aus und die Kuratoren wurden zum Teil überrascht von der Qualität der Arbeiten. Sowohl Fotografen, die eher der offiziellen Linie der Chinesischen Kulturpolitik angehören, als auch jene als inoffizielle zu bezeichnenden Fotografen zeigten zum Teil bewegende Arbeiten auf höchstem Niveau, die wir hoffentlich bald in Europa sehen können und die wie das Festival selber hoffen lässt, dass die Vorbereitungen für die Olympiade jeder Zeit in einem Endspurt mit Rekordniveau zu bewältigen sind. Wir können gespannt sein, ob eine Ausstellung Chinesischer zeitgenössischer Fotografie, die Kellner für eine Galerie in Chicago kuratieren wird, auch in Siegen gastiert. Die nächste Einladung nach Peking wurde für Kellner schon ausgesprochen. Thomas Kellner 07.11.2006