Alt, Alfons

Alfons Alt, Marseilles, France

Die Ästhetik des Machens

Als Fotograf interessiere ich mich vor allem für die Anfänge der Photographie, d.h. die ersten zwanzig Jahre nach Ihrer Erfindung, als die Photographie noch kein Industrieprodukt war. Ich möchte neue Bildmöglichkeiten erforschen, indem ich das Photographische Fixieren mit dem Malerischen vermische, sozusagen ein doppelter Prozess, mit zwei Zeitlichkeiten. Zum einen die Augenblicksaufnahme, die das Subjekt gegenwärtig macht und zum anderen die der Erscheinung die durch die langsame handwerkliche Arbeit der Form eine Form geben. Die Bewegung der Hand, des Werkzeugs, des Geistes, gibt der Form eine Zeit. Diese Koexistenz im Bild von fotografierter Starre und malerischer Zeitlichkeit eröffnet ungeahnte Möglichkeiten.

Die Technik schafft das Werk statt es zu zerstören. Sie ist gleichermassen Fundament, Herkunft und Motor des Werkes. Was aber paradoxerweise nicht heisst die technische Rationalität annehmen zu müssen." In einer Welt, in der es als Erfolg gilt, Zeit zu gewinnen, hat das Kunst-Machen nur einen einzigen, aber unkorrigierbaren Fehler, nämlich den, Zeit zu rauben." ( Jean-François Lyotard)

Mit meiner Kunst möchte ich Widerstand leisten:Widerstand gegen das Verschwinden handwerklichen Machens, Widerstand gegen die Kulturindustrie, gegen das Verschwinden von ästhetischen Kriterien, Widerstand gegen das Verschwinden einer Sprache des Bildes, einer Sprache der Erscheinung. (Alfons Alt, 2004)

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