Mohr, Anja

Anja Mohr, Linden, Germany

Ms Anja Mohr is professor for teaching methodology of fine arts at Ludwig-Maximilians-University Munich (Germany). As a scientist, artist and a promoter of art she engages herself in the medial imagery of children and their artistic-aesthetic discoveries as well as the exploration of space and places. In her own artistic work she focuses on experimental photography. By disassociation and abstraction she intends to question the familiar ways of perception and patterns of action to enable new and unusual perspectives, by transferring everyday objects into diverse contexts thus ascribing a new meaning to them.

“I’m interested in the relation between human, nature and technology.  
The focus of my series “Wochenmarkt und Tagesdosis” for example lies in the artistic discourse about the aesthetic appearance of ecological and regional food. The most fascinating aspect for me is the sensual experience of picking, processing and not to forget eating. “

Anja Mohr: Amaryllis1, Fotogrammcollage/C-Print, ca. 25x21 cm, 2012

Mein künstlerischer Schwerpunkt liegt bei der experimentellen Fotografie. Mit Mitteln der Verfremdung und Abstraktion möchte ich vertraute Sehgewohnheiten und Handlungsschemata hinterfragen und neue Perspektiven und ungewöhnliche Blickwinkel eröffnen.
Obwohl die Fotogrammtechnik die Objekte in der direktesten Form, nämlich ohne Kamera, abbildet, erscheinen die Blumen fremdartig und in einer neuen Ästhetik. Ihrer Farbigkeit und räumlichen Zuordnung enthoben wirken die Blumen seltsam der Realität entrückt. Im Spiel mit Licht und Schatten geben sie ihre Zartheit aber auch Zerbrechlichkeit preis.

Orte werden Bilder

Anja Mohr, Erinnerung Erzart, digital print, 2008, 42,8 x 30,4 cm


Bei der Serie Orte werden Bilder geht es um das künstlerische Erforschen eines ehemaligen Erzabbaugebietes in Hessen, der so genannten „Weickartshainer Schweiz“. Dabei wurden die in unterschiedlichen Medien verankerten und dokumentierten räumlich-zeitlichen, soziokulturellen, gesellschaftspolitischen, architektonischen und nicht zuletzt ästhetischen Dimensionen des Ortes recherchiert und zusammengetragen, um sie in einem weiteren Schritt digital zu verschmelzen. Hierzu gehören u.a. Fotos von damals und heute, Fotogramme, auf denen die Natur auf neue Art und Weise sichtbar wird, Erzählungen und Gedichte, die in Büchern oder im Internet zu finden sind, eigene Notizen über Gedanken und Empfindungen beim Erkunden des Ortes und auch der Schriftverkehr, der in Verbindung mit dem Zustandekommen des Projektes steht. Ihrer ursprünglichen Chronologie und Historizität enthoben bekommen die Dokumentationen eine neuartige ästhetische Präsenz. In ihr verbinden sich Vergangenheit und Zukunft, Fremdes und Vertrautes, Fernes und Nahes, Text und Bild, Materielles und Immaterielles, Erinnern und Vergessen.

„My barbie with..."

Mohr Anja, "My Barbie with a silver handbag", unique photograme object, 2005, 20x24cm

Who did not, apart from a few men possibly, play with a barbie in her childhood? Dressing, changing and masquerading barbie were part of a daily ritual and questions of hairstyle and charisma were raised anew each day. When my barbie was beautifully dressed I also felt fine, when she was styled well I wasn`t afraid of comparing myself with others. Reduced in form and colour, the fotograms too open up opportunities of dressing, changing and masquerading, thus reflecting the early childlike way of playing with one`s own desires and imaginations.

Anja Mohr 2006

Fotogramme

Anja Mohr: "Springer", BW-Print of photogram, 24x18cm, 2002, edition 7

Bei meiner künstlerisch-praktischen Auseinandersetzung spielt das Fotogramm immer eine zentrale Rolle. Angesichts der technischen Verfahrensweise eigentlich ein Unikat, binde ich das Fotogramm häufig in weitere künstlerische Prozesse ein. Es entstehen u.a. Lichtinstalla­tionen und Computer-Fotogramm-Collagen. Dem Fotogramm werden im Gegensatz zur Fotografie seit je her Eigenschaften zugespro­chen, die jenseits der tatsächlichen Darstellung von Realität liegen: Materie wird entmateriali­siert; Realität schlägt um in Surrealität; andersgeartete Wirklichkeit und imaginäre Räumlich­keit werden suggeriert. Zu Beginn des 21. Jh., in dem die mediale Wahrnehmung von Realität und das Beschreiten virtueller Räume schon fast zum täglichen Leben gehören, scheinen diese Begriffe für mich gegenwärtiger denn je. Mit Mitteln der Verfremdung und Abstraktion möchte ich vertraute Sehgewohnheiten und Handlungsschemata hinterfragen und neue Perspektiven und ungewöhnliche Blickwinkel eröffnen.

Links

>>> photographers:network selection 2008

>>> photographers:network selection 2006

>>> Anja Mohr