Solo Exhibitions

Monumente

September 2 - 3, 2000
Bismarckturm, Moehnesee, Germany

 

„Thomas Kellner zerlegt die prägenden Monumente Europäischer Städte fotografisch in ihre Einzelteile und lässt sie tanzen, versetzt sie in Bewegung und bringt sie zum Einsturz. Scheinbar. Der Betrachter wird zum schmunzelnden Mittäter, da sich die Gebäude auflösen in eine neue Bildform, in die Dekonstruktion der Gebäude, oder in eine Collage aus Einzelbildern, die der Fotograf schon während der geplanten Aufnahme zusammenfügt, Details einer scheinbar schon bekannten Wirklichkeit. Was aber ist Wirklichkeit? Klischees in den Köpfen? Thomas Kellner lehrt uns das Sehen von Bekanntem.

 

In allen Ländern und Städten gibt es repräsentative Gebäude, die schon massenhaft fotografiert5 und reproduziert sind, ganze Kulturzusammenhänge werden auf den Nenner eines Gebäudes reduziert. Paris ist der Eiffelturm, London ist der Big Ben, Berlin das Brandenburger Tor......

 

Ausgehend von der Begrenzung der 12er, 24er und 36er Filme, nähert sich Thomas Kellner diesen Repräsentanten, indem er sie spielerisch auflöst und fragmentiert und sie so wieder als Zeichen öffnet, Monumenten eine neue Lebendigkeit verordnet.

 

Anekdotisch kann hier die oft beobachtete Tatsache eingefügt werden, dass, während er ein Bild aus 36 Bildern fotografiert, eben diese Gebäude hundertfach nebenan von den vorbei eilenden Touristen abgelichtet werden, mal mehr, mal weniger gut.

 

Thomas Kellner zeigt hier kleine Tableaus aus 36 Bildern als „Kontaktabzüge“. DieReferenzgröße des Films bleibt Bestandteil der Werke. Der zunächst nervende Randstreifen des Films, wird zu einem das Bild fügenden Raster, welches Sinn macht, uns Halt gibt. Das massenhafte Fotografieren dieser nationalen und urbanen Monumente findet sich wieder in der Masse der Fotos in einem Tableau. Die Multiplizierung dessen, was wir sehen, entspricht der detailhaften Form, in der wir uns Gebäude erschließen. Diese zeitliche Abfolge bleibt in der Gleichzeitigkeit der Bilder für den Betrachter erhalten. Das Einzelbild wird Pixel, der Film Raster und das Gebäude gewinnt so eine neue Ganzheit als offenes Zeichen, welches neu zu entdecken ist“

 

( H. Hieronymus, Arnsberg, aus seiner Eröffnungsansprache zur Ausstellung: Thomas Kellner, Monumente, Möhnesee im September 2000)