Solo Exhibitions

Dancing Walls

Dancing Walls

Thomas Kellner: Dancing Walls in der K4 galerie Werner Deller, Saarbruecken

K4 galerie, Werner Deller, Saarbruecken
April 4 - 30, 2008

Saarbruecker Zeitung 10.4.2008

Vom Reiz, eine Kopfgeburt zu sein

Foto-Arbeiten von Thomas Kellner in der K4 Galerie „Dancing Walls“, tanzende Wände, ist das aktuelle Foto-Projekt von Thomas Kellner. In der Saarbrücker K4 Galerie sind seine außergewöhnlichen Arbeiten zu sehen. Saarbrücken. Nicht eins, sondern elf Löcher hatte Thomas Kellner in seine Lochkamera eingebaut, bevor er das Ergebnis dieses Unternehmens 2004 in der K4 Galerie gezeigt hatte. Es waren Landschaften, die sich dem Auge erst auf den zweiten Blick offenbarten, weil sie aus vielen kleinen Ausschnitten zusammengesetzt waren. Nun ist eine zweite Runde für seine Fotomontagen in Zeit und Raum eingeläutet. „Dancing Walls“, tanzende Wände heißt die aktuelle Soloschau Thomas Kellners in der K4 Galerie. Hierin dreht er die Wahrnehmungsspirale noch ein bisschen weiter. Thomas Kellner bereiste dafür amerikanische Museen und Sehenswürdigkeiten: Orte, an denen das Schauen gefragt ist, macht er wiederum zum Gegenstand seines Nachdenkens über das Sehen. Fotografieren und dabei zugleich über die Bedingungen des Mediums nachzudenken, zeichnet das Schaffen des 1966 in Siegen geborenen Fotografen aus. Wiederum spielt er mit der Fotografie als Medium der Abbildung, indem er ein Motiv in Bildfolgen auflöst und wieder zusammensetzt. Die Eingangshallen von Museen oder Hotels zerfallen in Folgen von Einzelbildern und entstehen neu in einem in Bewegung geratenen Ganzen. Dafür legt Kellner Filmstreifen untereinander und erhält dadurch großformatige Kontaktabzüge. Bei Thomas Kellner sind diese Folgen bereits das fertige Bild. Dass er dafür bereits beim Fotografieren dieses aus vielen kleinen Bildern zusammengesetzte Großbild im Kopf haben muss, versteht sich. Überhaupt leben diese Schaustücke vom Reiz, eine Kopfgeburt zu sein. Wie sehr sich hier das durch die Kamera vermittelte Sehen und das Nachdenken darüber verbinden, fällt buchstäblich im Bildersturm der Lacock Abbey zusammen. Deren Erkerfenster hat der Fotopionier William Henry Fox Talbot 1835 fotografiert und damit ein Negativ gewonnen, mit dem von nun an die Vervielfältigung der Fotoaufnahmen möglich wurde. Thomas Kellner bringt diese Geschichte intelligent wie ironisch zum Tanzen. Nach dem die Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse hier Station macht, lässt Galerist Werner Deller wissen, sind mit Jens Titus Freitag wieder Bilder aus der Lochkamera in der Galerie zu Gast. sg Ausstellung bis 30. April. Geöffnet von Dienstag bis Donnerstag, 15 bis 19 Uhr. Freitag, 11 bis 19 Uhr. Sonntag von 15 bis 19 Uhr.