Mondscheinfest in Sechuan

Thomas Kellner: moonlightfeast in China

TK 2006-10-08: In Sechuan ist es oft nebelig, diesig, vielleicht ist der Himmel auch einmal Smogverhangen. Zumindest den Mond konnte man in der Nacht des Mondscheinfestes nicht sehe.
Abseits der täglichen Delegationstouren mit Blaulicht durch die Stadtlandschaft, vorbei an Augen, die die „Langnasen“ noch zu selten gesehen haben, genießen die Chinesen in Deyang den letzten Feiertag unter sich, mit ihren Kindern, in den Familien und mit Freunden. In China feiert man dreimal im Jahr eine Woche lang, das Neujahrsfest, den Tag der Arbeit in der ersten Maiwoche und natürlich eine Woche der Unabhängigkeit im Oktober. Sehr viel Unterschied besteht also nicht in den Feiertagen, schaut man sich in Europa um. So ähnlich rast also die Delegation aus Politikern, Journalisten, GDFC, und Künstlern der Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstler beinahe eine Woche lang von einem Feierlichkeits-Termin zum nächsten. Ohne Geschwindigkeit, in Frieden mit sich und der Natur, den Parks, den Tempeln, in der Landschaft und auch außerhalb in der Natur, genießen Kinder und Erwachsene die freie Zeit und Ruhe des letzten Feiertages. Kinder sitzen am Konfuziustempel bei den Koikarpfen und füttern sie, im Inneren des Tempels lädt die Ruhe zum Entspannen und Lesen ein. Im Steinskulpturenpark geht man am freien Tag wie andernorts flanieren, rutschen, oder füttert die Tauben. Dabei kann man sich schon einmal erschrecken. Außerhalb der Stadt spielen Kinder auf einem Berg. Das Schuljahr scheint abgelaufen, oder zumindest das Schulbuch vom Englischunterricht. Aus den einzelnen Seiten entstehen in Windeseile mit großer Fingerfertigkeit Schwäne, Herzen, Frösche, oder einfach Papierflugzeuge, die der Abenddämmerung entgegenfliegen können. „ An den Kindern kann man sehen wie gut unsere Gesellschaft funktioniert“ kommentiert der stellvertretende Parteisekretär des Stadtkomitees Zhang Faxiang, die glücklichen Kinder seiner Stadt. Thomas Kellner 08.10.2006