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Zum 50. Todestag von August Sander

August Sander (1876 – 1964)
August Sander gehört in der heutigen kunstwissenschaftlichen Forschung zu den bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts und wird der Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit zugeordnet.

August Sander wurde am 17. November 1872 in Herdorf, Landkreis Altenkirchen unweit von Siegen (damals Rheinprovinz, heute Rheinland-Pfalz) geboren. Sander war deutscher Fotograf, als solcher Autodidakt, der sich mit großer Intensität nach einer Bergarbeitertätigkeit in das Medium Fotografie einarbeitete. 1910 ließ sich Sander in Köln nieder. Mit großer Systematik widmete er sich der Porträtfotografie, in der er aus der Zeit der Weimarer Republik Archetypen der Bevölkerung festhielt. Er schuf eine einzigartige sozialpsychologische Dokumentation, in dem er zeittypische Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen frontal vor die Kamera gestellt in charakteristischen Posen ablichtete. Unter dem Titel „Antlitz der Zeit. Sechzig Aufnahmen deutscher Menschen des 20. Jahrhunderts“ erschien 1929 Sanders erste Buchpublikation der Fotoserie. Am 20. April 1964 verstarb Sander in Köln. Auf einer Gedenktafel die sich am Wohnhaus und Atelier Sanders in Köln befindet wird Sander über sein Werk persönlich zitiert: „Man fragt mich oft, wie ich auf den Gedanken gekommen sei, dieses Werk zu schaffen. Sehen, Beobachten und Denken und die Frage ist beantwortet. Nichts schien mir geeigneter zu sein, als durch die Photographie in absoluter Naturtreue ein Bild unserer Zeit zu geben.“