Curatorial Projects

projects

student works

Collage / Montage in der Fotografie
Sommersemester 2008
Leitung Thomas Kellner

In der aktuellen Fotografie finden nicht nur alte fotografische Verfahren aus der Entdeckerzeit der Fotografie (Salzdruck, Platindruck, Cyanotypie, Heliogravur, Daguerreotypie u.a.) eine unerwartete Renaissance, sondern auch Verfahren der Collage und Montage.


Die Möglichkeiten der digitalen Verfremdung haben in jüngster Zeit zu einer Vielfalt von Photocollagen und –montagen geführt. (Beate Gütschow, Marc Baruth, Karin Hillmer, Bob Bowen, Dvouriki, Stephen Marc, und viele andere) Einige wenige Decollagen haben sich auch bereits in der Fotografie ereignet (z.B.: Hanc Willis Thomas).
Insbesondere im gerade stattfindenden Generationswechsel, der Überalterung unserer  Gesellschaft haben nur wenige Nachfahren Bedarf an Bildern und Fotoalben ihrer Vorfahren. Auf Flohmärkten und in Internetauktionen werden solche Konvolute zu Spottpreisen gehandelt. Es scheint ein ganzes Regiment von Nachwuchskünstlern gerade diese Materialien zu verarbeiten. Es entstehen die unterschiedlichsten Bearbeitungen und Verarbeitungen. April Gertler, San Francisco, benutzt Teile von gefundenen Fotografien für Materialcollagen sehr einfacher poetischer Art, Rick Hards zeichnet auf sog. Carte d’Visites feine surreale Ornamente auf die und um die porträtierten Personen. Ludimila Steckelberg, Brasilia, schwärzt im Fotoalbum ihrer Großmutter alle verstorbenen und solche, mit den sie schlechte Erfahrungen hatte. Dr. Lakra (Künstlername) aus Mexico zeichnet als gelernter Tätowierer auf den Pinup-Girls von Illustrierten seines Heimatlandes, verwandelt ein Zeitschriftencover zu einem Kunstwerk und behandelt das fotografierte als Haut. Diese Beispiele mögen nur skizzieren in wie viele Richtungen sich künstlerische Prozesse der Collage oder Montage treiben lassen.



Das Seminar ist offen für alle Arbeitsprozesse, ob photoshop am Laptop, analoge Verfahren im Schwarzweißlabor, oder einfach mit Schere und Klebstoff, Materialien sind je selber zu sammeln und mit zu bringen.
Ziel des ersten Wochenendes ist nach einer kurzen Einführung den praktischen Einstieg in die Arbeitsprozesse zu finden und nach einer Zwischenbesprechung eine inhaltliche Vertiefung zu erreichen, die die Teilnehmer befähigt in den Wochen zwischen den Arbeitswochenenden gezielter Materialien zu suchen und die eigene künstlerische Arbeit thematisch auszurichten.
Das zweite Wochenende dient der Fertigstellung der Arbeiten, ggfs. Detailkorrekturen und einer gemeinsamen Erörterung der  Arbeiten und Erfahrungen am Ende des letzten Tages.



Literatur:
Mehrere Publikationen des IVAM, Institut Valencia d’Art Modern zur Photomontage aus den Sammlungsbeständen.
A.D. Coleman zur Begriffsdefinition- und verwirrung von Photomontage und Photocollage in: A.D. Coleman, Mutant Media Photo / Montage / Collage in: Depth of Field, University of New Mexico Press, Albuquerque, 1998

 

Teilnehmende Studenten & deren Arbeiten:

 

Hildegard Bentler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Petra Berenbrinker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Julia Fröhlich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Isabella Furchert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lydia Jenderek

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christian Kockhans

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christina Lehmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christian Lohre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kristina Multhaupt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nadine Peitz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vitaly Penner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daniel Pöche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schluckebier Claudia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicole Tiller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thuy-Van Truong