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Thomas Kellner ueber AIPAD New York in Profifoto Nr.6 Juni 2008

AIPAD 2008 10-13. April 2008

Die Association of International Photography Dealers stellt in jedem Jahr die in USA größte und wichtigste  Messe für Fotografie auf. Bis vor zwei Jahren fand die Messe im Februar statt. Als jedoch im Februar 2006, im ersten Jahr, in welchem die Messe im Park Avenue Armory stattfand,  genau am Messewochende mitten in Manhattan ein Blizzard die Stadt in eine meterdicke Schneeschicht hüllte, beschloss das Direktorium die Messe auf den Monat April zu verlegen. Mit Erfolg. AIPAD ist nach Paris Photo weltweit die größte Messe für Fotoliebhaber. Die teilnehmenden Galerien bieten jedes Jahr sehr viele ausgesprochen gute Vintages zum Verkauf, aber auch zeitgenössische Arbeiten. Insbesondere die exquisite Auswahl historischer Arbeiten und eine gute Präsentation zeitgenössischer Highlights zieht jedes Jahr  die Museumskuratoren und Sammler der wichtigsten Museen weltweit nach New York und macht nicht nur die preview (welche in diesem Jahr zu Gunsten einer neuen Ankaufsstiftung für das  Museum of Modern Art New York veranstaltet wurde. Die Stiftung erhielt den Namen des letzen Jahres verstorbenen Kurators John Szarkowski) zu einem who is who der Fotowelt. Die Koje im Eingangsbereich war dementsprechend den frühen Fotografien von Jon Szarkowski gewidmet.

Insgesamt stellten 76 Galerien, vornehmlich aus USA (z.B. Edwynn Houk, Bonni Benrubi Howard GreenbergYancey Richardson, Robert Miller,  Robert Mann, Paul Kopeikin, u.a.), aber auch aus Kanada (Stephen Bulger Gallery), (Frankreich (Esther Woerdehoff,  Baudoin Lebon, Serge Plantureux / Paris), England (Hackelbury Fine Art und Michael Hoppen / London), Schweiz (Galerie zur Stoockeregg /Zürich), Italien (Photology / Milan),  Japan (Picture Photo Space) Australien (Byron McMahon Gallery /Sydney)und Deutschland (Galerie Daniel Blau / München, Kicken / Berlin, Priska Pasquer /Köln) aus.

Die Messe wurde begleitet von täglichen Sammlerführungen vor den offiziellen Öffnungszeiten, aber auch Vorträgen und der Vorführung des Dokumentarfilms über  John Szarkowski „A life in Photography“, von Richard Westerwood (Checkerboard Films, 1998)

Stephen Daiter (Chicago) überraschte mit sehr schönen kleinen Vintages der School of Design in Chicago u.a. mit Arbeiten von von Harry Callahan, Kenneth Josephson, Lazlo Moholy-Nagy, Arthus Siegel Aaron Siskind u.a..  Gary Edwards Gallery aus Washington, so wie einige andere, zeigten eine breite Palette von handkolorierten Portraits unbekannter Fotografen des 19. Jahrhunderts. Auffällig war an zwei Ständen das aufkommen zeitgenössischer und historischer afrikanischer Fotografie (am Georg Eastman House ist eine größere Ausstellung zum größten Teil aus den eigenen Beständen in Planung). HackelBury Fine Art aus London präsentierte den afrikanischen Fotografen Seydou Keita. Bei Jackson Fine Art zelebrierte man den im vergangenen Jahr begonnen Erfolg der in Paris lebenden australischen Fotografin Vee Speers, die mit ihrer „birthday party“ den Nerv der Zeit getroffen zu haben scheint.
Kicken Berlin konzentrierte sich auf die Präsentation tschechischer Fotografie der Jahre 1900-1950, während Galerie Priska Pasquer einige sehr schöne größere Arbeiten von August Sander zeigte, die auch von ihm selbst noch signiert worden waren.
Bei Hasted Hunt war der Deutsche Fotograf  Andreas Gefeller mit jüngsten Arbeiten vertreten. Extrem beeindruckend waren die dunklen Tieraufnahmen des aus Deutschland stammenden Gregor Törzs (1970) aus der Serie „Boy on Safari“.
Insgesamt waren die Galerien mit ihren Umsätzen, trotz der turbulenten Zeiten in den USA, und den zeitgleich stattfindenden Auktionen der  New Yorker Auktionshäuser, zufrieden.

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